Eine Geschichte von Miss Peel, basierend auf einem realen Rollenspiel.

 

Dieser Geschichte liegt das Rollenspiel ‚Gefangener der Mord-Sith Denna‘ zu Grund, welches ich vor einiger Zeit mit einem Gast in München erlebt habe. Die Handlung hat mich dazu inspiriert, die Geschehnisse dieses Spiels aus meiner Sicht zu schildern.

 

 

Mr. Connor, ein mittelmäßig erfolgreicher Schauspieler, glaubte doch tatsächlich, dass er zu einem Film Casting eingeladen wurde, als er mich in meinem Reich in München besuchte. Nervös, mit feuchten Händen, stand er vor der Tür und trat von einem Fuß auf den anderen. Ich musterte ihn einen Moment von oben bis unten, bat ihn dann herein und führte ihn direkt in die Garderobe, in der bereits ein Latexanzug mit Handschuhen und Maske bereit lag.

 

Er war zunächst irritiert, als ich ihn aufforderte, sich umzuziehen, tat es dann aber doch bereitwillig, da ich ihm erklärte, dass die Jury ihn im Casting besser beurteilen könne, wenn sein Outfit so authentisch wie möglich wäre. Fertig verpackt im Catsuit, mit Handschuhen und der Maske versehen, folgte er mir in den Castingraum, wo ich ihn, so sagte ich, zwecks ganz normaler letzter Vorbereitungen, noch fixierte, was seine Nervosität erheblich verstärkte.

 

Nun, da er bewegungs- und handlungsunfähig war, klärte ich ihn kühl und bestimmt über seine Situation auf. „Mein Name ist Denna. Merke dir meinen Namen gut. Ich bin eine mächtige Amazone und komme von dem Planeten D'Hara. Du wurdest auserwählt mit mir zu gehen und zu leben, da alle Männer auf unserem Planeten einem tödlichen Virus zum Opfer gefallen sind. Du wirst ab sofort mein höriger Sklave sein und jedem meiner Worte und Weisungen folgen. Fügst du dich gut, so wirst du ein angenehmes Leben haben. Ansonsten …"

 

Er unterbrach mich und lachte laut auf. Doch es war kein echtes Lachen. Er war ganz offensichtlich sehr beunruhigt. „Was reden Sie denn da!? So ein Quatsch, ich bin zum Casting hier. Wann fangen wir endlich an? Ich habe nicht ewig Zeit!“

 

Mir war klar, dass er Beweise brauchte, und auch ich hatte keine Zeit zu vergeuden, da ich möglichst bald zurück nach D'Hara reisen wollte. Also sollte er rasch seine Bestimmung annehmen, um mich dann für immer zu begleiten. Mit Ledermanschetten fesselte ich seine Handgelenke und mittels einer Seilwinde zog ich seine Arme nach oben, wodurch seine Position sehr unangenehm wurde. Dann verließ ich den Raum, um endlich diese Menschenkleidung loszuwerden und meinen glänzenden Amazonenanzug anzuziehen. Der hautenge rote Latex Catsuit fühlte sich wohlig vertraut an und verstärkte meine machtvolle Position. Meine streng zum Zopf gebunden Haare komplettierten das Ganze.

 

Als Mr. Connor meine Rückkehr wahrnahm, schimpfte er gleich wild los. „Hören Sie, jetzt haben wir genug Spaß gehabt, binden Sie mich los, ich möchte jetzt gehen!“

 

Ich stand ihm unmittelbar gegenüber und konnte ich seine Unsicherheit förmlich riechen. Er schaute mich mit weit geöffneten Augen an. Offensichtlich hatte er bis hierher alles für einen blöden Scherz gehalten. Doch mein in seiner Welt ungewöhnliches Outfit irritierte ihn sichtlich. „Ich dachte Sie sind Casting Direktorin, warum tragen Sie jetzt Latex? Spielen Sie etwa auch in dem Film mit? Also ... ich meine das rote Gummizeug steht Ihnen ausgezeichnet, aber ich verliere langsam die Geduld und habe kein Interesse mehr an der Filmproduktion. Außerdem wird diese Position, in der ich gezwungenermaßen stehe, langsam verdammt unbequem …!!“

 

Zugegeben, ich habe die Situation genossen. Sehr sogar. Mr. Connor bettelte: „Ich möchte und muss jetzt wirklich los!“

 

„Psssst“, ich legte meinen Finger über seine Lippen und bedeutete ihm zu schweigen. „Ab sofort wirst du nur noch sprechen, wenn ich es von dir verlange!“ Bevor er mir widersprechen konnte, was er ganz offensichtlich vorhatte, verschloss ich seinen Mund mit einem Knebel. „Außerdem wirst du mich stets mit ‚Mistress Denna‘ ansprechen. Vergiss das niemals.“

 

Als er es dennoch wagte, mit einem Kopfschütteln zu widersprechen, verpasste ich ihm eine kraftvolle Ohrfeige und öffnete anschließend die beiden Reisverschlüsse seines Latexanzuges. Mittels einer kleinen Nippelfolter, die ich mit meinen roten Krallen genüsslich und langsam steigerte, wies ich ihn in seine Schranken.

 

Der heftig einsetzende Schmerz ließ ihn nicht mehr daran zweifeln, dass er sich in einer sehr prekären Lage befand und Mistress Denna es verdammt ernst meinte.

 

Sein Blick wanderte durch den Raum und blieb schockiert an dem kleinen Rollwagen hängen, der neben mir stand und auf dem diverse Instrumente lagen. Ich folgte seinem Blick. „Was du siehst ist der Srafer“, klärte ich ihn auf. „Er ist gefährlich und sorgt für unerträglichen Schmerz, wenn ich ihn einsetze. Er ist so viel mehr, als nur eine Waffe. Berühre ich dich damit, bleibt ein Teil von mir in dir zurück. Unsere Herzen werden eins sein, sowie unser Geist. Doch es wäre für uns beide sehr schmerzhaft. Zwing mich nicht ihn einzusetzen. Aber ich verspreche dir, bald hegst du sowieso nur noch einen Gedanken. Nämlich den, wie du mich unentwegt zufriedenstellen kannst.“

 

Mr. Connor, den ich nun Richard nannte, schaute mich mit seinen mittlerweile feuchten Augen flehend an. Immer noch spürte ich seinen Widerstand. „Ich werde wohl zunächst mit deiner Ausbildung beginnen und dich wandeln. Ich werde dich so formen, wie ich dich auf D'Hara benötige.“

 

Langsam drehte ich mich zu dem Rollwagen um und wählte mit Ruhe und Bedacht. „Schon gleich beginnt eine sehr schmerzhafte Zeit für Dich. Diese ist unumgänglich. Fügst du dich gut, so werden wir schon morgen früh gemeinsam übergehen. Dann wird alles so viel einfacher für dich werden. Doch eins sollst du noch wissen, bevor ich mit deiner Ausbildung beginne. Du kannst dich deiner Folter nicht entziehen, nicht einmal der Tod kann dich erlösen. Solltest du vor Erschöpfung sterben, werde dich zurückholen, indem ich dir den Atem des Lebens neu einhauche.“

 

Anfänglich noch zwischen Widerstand und Protest hin- und hergerissen, resignierte Richard nach wenigen Stunden, und so nahm ich ihn am nächsten Morgen mit nach D'Hara.

 

Man bereitete uns einen großartigen Empfang. Noch nie zuvor hatte eine Amazone in so kurzer Zeit einen Mann gewandelt und ihn nach D’Hara gebracht. Alle Amazonen verbeugten sich respektvoll vor mir.

 

Das Leben nahm seinen Lauf. Alles schien sich gut zu entwickeln.

 


 

Wie Richard es geschafft hatte, weiß niemand zu sagen. Fakt ist, er konnte entkommen und ich war stocksauer. Aber man trifft sich immer mindestens zweimal im Leben und so war es auch mit Mr. Connor.

 

Ich saß in meinem Büro in Berlin, als er an der Tür klingelte und um Einlass bat. Er hatte abgenommen und es sah so aus, als ob ihm seine Erlebnisse ziemlich zugesetzt hätten. Das war wohl auch ein Grund, weswegen er mich nicht erkannte, was ich allerdings auch beabsichtigt hatte. Ich trug zu einem klassischen Kostüm eine dunkle Perücke, hatte eine Brille aufgesetzt und verstellte meine Stimme. Nachdem er sich gesetzt hatte, reichte ich ihm eine Tasse Kaffee und nahm ihm gegenüber an meinem Schreibtisch Platz, nicht ohne ihm einen Blick auf meine Beine zu gewähren. Mr. Connor jedoch schien ganz offensichtlich an Verfolgungswahn zu leiden, denn er schaute sich immer wieder hektisch nach links und rechts um und schenkte mir keine Aufmerksamkeit.      

 

„Mr. Connor, Sie haben dringend um einen Termin gebeten. Was führt Sie zu mir?“, begann ich geschäftsmäßig das Gespräch.

 

„Äh, ähm ... ich ... ich habe eine Geschichte zu erzählen“, stotterte er.

 

„Ach ja, wer hat das nicht?“ entgegnete ich gelangweilt. Mein Desinteresse schien ihn ein wenig aus der Reserve zu locken. „Naja, meine Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und ist schon etwas ganz Besonderes. Es lohnt sich bestimmt, sie als Buch zu verlegen.“

 

„Ach ja?“, antwortete ich zögernd und sah dabei genervt auf meine Armbanduhr. Mr. Connor hing förmlich an meinen Lippen. Langsam sagte ich gnädig: „Also gut ... ich höre.“ Er richtete sich auf und versuchte Bühnendramatik in seine Worte zu legen: „Ich wurde entführt.“

 

„Entführt?“ wiederholte ich ungläubig.

 

„Ja, von einer Mord-Sith vom Planeten D'Hara.“

 

„Tatsächlich?“ In mir stieg Wut hoch. Da versuchte dieser kleine Mistkerl doch wahrhaftig, nach seiner Flucht auch noch seine Erlebnisse zu Geld zu machen.

 

„Ja! Von einer Amazone. Sie können sich nicht vorstellen, wie schrecklich das gewesen ist.“ Aufgeregt stammelte er weiter seine Entführungsgeschichte vor sich hin, und ich wetzte unter dem Schreibtisch schon meine Krallen. Dann hatte ich genug. Ich lachte schallend und fragte ihn: „Mr. Connor, ist das Ihr Ernst? Sind Sie schon in Behandlung? Sie haben wirklich eine blühende Fantasie.“

 

Die Tür zum Büro öffnete sich plötzlich und wurde ebenso rasch wieder geschlossen, ohne dass wir sehen konnten, wer es gewesen war. Mr. Connor zuckte zusammen. Sein erschrockenes Gesicht, einfach herrlich.

 

„War das vielleicht Ihre Security, Mr. Connor?“ scherze ich provozierend.

 

Vor mir saß nun dieses Häufchen Elend und reagierte nicht auf das, was ich sagte, sondern leierte ohne Unterlass in erbarmungswürdiger Weise weiter seine Geschichte herunter. Er hätte mir fast leidtun können. Aber eben nur fast, denn ich war verdammt sauer. Stocksauer. Noch nie war mir jemand aus D'Hara entkommen. Noch nie! Denn habe ich sie einmal an mich gebunden, so dienen sie mir bis zum Ende! Irgendetwas war schief gegangen. Ich wusste noch nicht was, aber was für mich fest stand, war, dass er für diese Frechheit und meine Blamage auf D'Hara bluten würde!

 

„Mr. Connor, stopp stopp stopp“ unterbrach ich ihn bestimmt. „Ich sage es Ihnen gleich. Solche Geschichten lassen sich als Film wesentlich besser vermarkten. Der Profit ist am Ende um einiges höher. Ich will ein Geschäft machen, und Sie brauchen dringend Geld.“ Er unterbrach seine Litanei und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass er mir zuhörte. „Wie Sie eben sagten, Sie sind mittlerweile berufsunfähig. Ich habe gute Kontakte und könnte Sie mit einer namenhaften Produktionsfirma zusammenbringen.“

 

Jetzt lebte er förmlich auf und sah mich fragend an. „Wir werden als Appetizer einen kleinen Trailer drehen. Das werden Sie doch schaffen, oder?“ Er nickte ergeben, war aber noch im Zweifel und sackte wieder in sich zusammen. „Vertrauen Sie mir, wir verkaufen Ihre Story für viel Geld. Danach können Sie sich auf einer Luxusinsel von den Strapazen erholen.“

   

Diese Aussichten veranlassten ihn wohl, mir bereitwillig in den Nebenraum zu folgen. In dem Moment, als er den Raum betrat, bemerkte er den schwarzen Latexanzug mit Handschuhen und Maske. Er machte eine Fluchtbewegung, doch ich stand ihm im Weg. „Mr. Connor, Sie müssen nur noch diesen schwarzen Latex Anzug anziehen, dann kann es losgehen.“

 

„Aber … das … ich meine … wieso haben Sie …?“ Er stand ganz offensichtlich unter Schock und war nahezu bewegungsunfähig. Ich half ihm in den Anzug und führte ihn in das vermeintliche Filmstudio. Bevor er realisieren konnte, an welchem Ort er sich tatsächlich befand, hatte ich ihn überwältigt und fixiert. Ich konnte beobachten, wie er langsam wieder zu sich kam. Aber es war zu spät.

 

Meine Rache konnte ungehindert beginnen …

 

 

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