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Interview

Interview: Miss Peel
Der Reiz der Macht

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Sie hat ihren Namen aus der britischen TV-Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ entlehnt. Diane Rigg verkörperte in dieser zwischen 1965 bis 1968 die Agentin Emma Peel, die zur Vorlage für eine sehr attraktive, blonde Kölnerin wurde, die seit drei Jahren unter dem Künstlernamen Miss Peel als Domina arbeitet. Riggs‘ bzw. Peels extravagante Art hatte Miss Peel sehr beeindruckt; „alle Männer wollten sie haben, alle Frauen wollten sie sein“. Wir sprachen mit Miss Peel über ihren außergewöhnlichen Beruf, den sie in Köln und München ausübt.

Wie bist Du zu diesem Job gekommen – wurde aus einem Hobby Berufung?
Nun ja, ich würde eher sagen, aus Neugier wurde eine Passion. Schon mit Anfang 20 machte ich eine spannende Erfahrung mit einem, ich sage mal, schmerzliebenden Gentleman. Ich brachte ihn mit meinen knisternden Nylons unter dem Tisch in einem vornehmen Restaurant um den Verstand. Ich war total neugierig, was ich mit meiner Art und meinem Aussehen noch so alles in den Männern auslösen kann und lebte mich einige Zeit später in einem renommierten Studio in Köln aus.

Dies ist demnach Dein Traumberuf?
Ganz klar: ja! Ich habe diesen Beruf aus voller Überzeugung zu meiner Passion gemacht. Die psychische Komponente ist für mich besonders reizvoll. Ich liebe es, im Spiel meine Machtposition zu genießen. Genau das ist der Grund, weshalb meine Gäste immer wieder zu mir kommen. Natürlich gibt es auch Dinge, die in meinem Beruf anstrengend sind - wie zum Beispiel Unzuverlässigkeit. Das macht das Spielen dann unnötig schwer. Jedoch wird das relativiert durch die Tatsache, dass ich mich durch meine Selbstständigkeit immer wieder neu erfinden kann und mich durch meine Kreativität im Spiel und in meiner Kleiderwahl jederzeit verwandeln kann, wie ich es möchte. Ich wehre mich absolut gegen den oft bestehenden Dienstleistungsgedanken. Weil ich mit meinen Neigungen klar angebe, wer zu mir passt und wer nicht.

Wie oft hast Du schon Situationen erlebt, in denen du an Grenzen gestoßen bist?
(schmunzelnd) An meine Grenzen oder an die meines Spielzeugs? An die meines Gegenübers stoße ich häufig. Es ist mein Bestreben, genau an dieser Grenze zu kitzeln und sie gerne auch mal ein wenig zu verschieben. Meine Gäste sind oft sehr dankbar, etwas völlig Neues, etwas vorher für sie Unvorstellbares erlebt zu haben. Beide können danach die Session mit Stolz verlassen. Meine persönliche Grenze sind bleibende Schäden und Intimkontakt. An diese Grenzen stoße ich nicht, da ich beides von vornherein ablehne.

Gibt es ein typisches Dominastudio-Klientel?
Aus Diskretionsgründen werde ich hier natürlich nicht detaillierter darauf eingehen. Aber man kann sagen, dass sich das natürlich nicht jeder leisten kann. Ein typisches Klientel gibt es zwar nicht, denn von jung bis alt besuchen uns verschiedenste Gäste. Jedoch glaube ich, dass man mit steigendem Alter seine Bedürfnisse klarer formulieren kann und weiß, was man im Studio erleben möchte. Ebenso steigt mit dem Alter meist der Mut.

Würdest du sagen, die Leute erwarten immer verrücktere, absurdere oder extremere Dinge von einer Domina – oder ist da keine Tendenz zu erkennen?
Da ich mich erst seit drei Jahren auf professioneller Ebene auslebe, steht es mir nicht zu, das pauschal zu beurteilen. Mein Eindruck ist jedoch eher das Gegenteil. Der Trend geht anscheinend weg von der klassischen Englischen Erziehung (Stimulation durch Schläge - der Verf.). In den Spielen herrscht immer mehr der Wunsch nach einer erotischen Komponente.

Ist in Deinen Augen, sich dominieren lassen, noch etwas Besonderes - gerade in der - dank „50 Shades Of Grey“ - Hausfrauen SM-Zeit?
Du fragst mich, ob SM gesellschaftsfähig wird? Nein, auch wenn es gerade versucht wird. Der wahre SM wird wohl immer im Verborgenen bleiben. In den Studios bedeutet das eigentlich nur, dass es eine Welle von Frauen geben wird, welche das Wunschdenken haben, die Geschichte des Filmes ausleben zu können. Dies entspricht jedoch nicht der Realität. Was auch der Grund sein wird, weshalb die meisten wieder schnell von der Bildfläche verschwinden werden. Da unsere Branche auf Vertrauen basiert, vermute ich, dass diese Welle dem qualitativ hochwertigen SM eher schaden wird. Vielen wird nicht bewusst sein, dass sie durch ihr Sich-versuchen Schaden bei einem Gast anrichten können. Da ich nur einen kurzen Ausschnitt gesehen habe, kann ich nicht explizit über den Film urteilen. Ich werde es aber demnächst nachholen, um mitsprechen zu können, da mir diese Frage in letzter Zeit sehr häufig gestellt wird. Ich lebe täglich meinen eigenen spannenden Film aus, und vielleicht werden meine Erlebnisse irgendwann auch zu einer Geschichte. Einer realen Geschichte.

Musst Du hart an Dir und Deinem Schweinehund arbeiten, um so auszusehen?
Ich mag es, meinen Körper durch Sport zu formen. Da ich dabei zielstrebig und konsequent bin, will mich mein Schweinehund nur selten besuchen.

Hast Du Angst vor dem Älterwerden?
Nein. Ich denke, mit dem Älterwerden wird man auch interessanter.

Was fasziniert Dich so sehr an dem Material Latex?
Ich fühl mich einfach sexy darin. (lacht) Latex ist wie eine zweite Haut. Da ich einiges für meinen Körper tue, zeige ich ihn auch ganz gerne. Das Material fühlt sich auf dem Körper unglaublich geschmeidig an, und der Glanz gibt dem Ganzen optisch eine verführerisch-elegante Note.

Auf Deiner Website hast du eine Amazon-Wunschliste verlinkt. Funktioniert das? Wirst du oft beschenkt?
Ja, nicht selten, wenn ich ehrlich bin. (lacht) Früher habe ich es verurteilt, wenn Damen das gemacht haben. Irgendwann habe ich jedoch begriffen, dass es für den Gentleman eine Möglichkeit ist, seine Verehrung auszudrücken. Zudem gibt es Menschen, welche sich nicht trauen, mich zu besuchen und diesen Weg wählen, um mir ein Kompliment zu machen. So erlangen sie meine Aufmerksamkeit, denn ich bedanke mich gerne mal mit einem netten Foto auf Instagram.